Eine Schnittverletzung mit der Microblading Blade. Harmlos oder gefährlich?

Eine Schnittverletzung mit der Microblading Blade. Harmlos oder gefährlich?

Was mache ich bei einer Schnittverletzung durch eine Microblade?

Jeder von uns kennt die Angst vor einer Stichverletzung mit einer benutzten Microblading Blade. Sie war in direktem Kontakt mit dem Blut der Kundin und ist deswegen als kontaminiert zu betrachten. Wir erfragen zwar bei unseren Kunden über die Einverständniserklärung den aktuellen Infektionsstatus, aber was sagt das schon aus? Viele Kundinnen wissen nicht, dass sie mit Hepatitis oder mit HIV infiziert sind, oder es ist ihnen unangenehm dieses offen und schriftlich anzugeben. Auch befürchten einige Kundinnen von der Behandlung ausgeschlossen zu werden, wenn sie eine Infektionskrankheit angeben.

Was schließen wir also daraus? Wir sollten jede Kundin so behandeln, als wüssten wir von einer bestehenden Infektion und geeignete Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Die erste Maßnahme sind Schutzhandschuhe. Sie dienen nicht, wie von vielen angenommen, dem Schutz der Kundin, sondern unserem Eigenschutz. Sie verhindern den direkten Kontakt mit kontaminiertem Material und bieten auch eingeschränkten Schutz vor Stichverletzungen.

Die zweite Maßnahme sollte eine geeignete Entsorgung der verwendeten Blades sein. Benutzte Microblading Blades gehören nicht in den Hausmüll. Sie stellen ein Infektionsrisiko für uns und für alle, die mit dem Müll arbeiten, dar. Microblading Blades sollten in einem fest verschlossenen Abwurf entsorgt werden. Dieser kann danach ganz normal im Hausmüll sicher entsorgt werden.

Die dritte Maßnahme zur Sicherheit sind feste Rituale bei der Behandlung. Die verwendete Blade wird nicht achtlos auf den Tisch gelegt, sondern bei Pausen in der Behandlung nur in die dafür vorgesehenen Halterung gelegt. Die Blade wird nicht kontaminiert und steht sicher am gleichen Ort.

Die vierte Maßnahme ist ein Hepatits B Impfschutz. Diese Impfung sollten alle Microblader haben, da sie potentiell gefährdet sind mit Hepatitisviren in Kontakt zu kommen. Die Impfung wird von jedem Hausarzt durchgeführt und ist unbedingt zu empfehlen.

Doch was mache ich, wenn es auch unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen zu einer Stichverletzung mit einer benutzten Microblading Blade kommt? Auch eine vermeintlich harmlose Stichverletzung bedeutet ein erhebliches Infektionsrisiko. Durch den Kontakt mit Blut können lebensbedrohende Infektionskrankheiten wie HIV (AIDS) oder Hepatitis übertragen werden. Jetzt heißt es kühlen Kopf bewahren. Die Wunde sollte nicht gequetscht, oder mit Gewalt ausgedrückt werden. Die Blutung sollte auch nicht durch pressen gestillt werden. Eine bestehende Blutung wird akzeptiert und mit einem geeigneten Wunddesinfektionsmittel gespült. Der nächste Gang sollte zum Hausarzt, oder in die nächstgelegene Rettungsstelle führen. Unbedingt sollte die Kundin mit zum Arzt oder in die Rettungsstelle genommen werden. Es müssen Blutproben von der verletzten Person und von der Kundin entnommen werden, um den Infektionsstatus sicher zu klären. Im Krankenhaus wird dann wahrscheinlich eine Hepatits bzw. HIV Prophylaxe eingeleitet werden, die über einen längeren Zeitraum von der verletzten Person eingenommen werden muss. Nach einigen Wochen wird nun erneut eine Blutprobe entnommen und untersucht. Erst wenn auch diese zweite Probe negativ (ohne Nachweis von Krankheitserregern) verlaufen ist, kann Entwarnung gegeben werden.

Eine Stichverletzung sollte also auf keinen Fall auf die “leichte Schulter” genommen werden und daher ist hier Prophylaxe und sicheres Arbeiten der beste Schutz.