Was kann ich gegen Schmerzen beim Microblading machen

Was kann ich gegen Schmerzen beim Microblading machen

Einsatz von Betäubungsmitteln beim Microblading

Diese Frage kommt gut und gerne schon 2 Wochen vor der eigentlichen Behandlung und liegt besonders dem Angstkunden am Herzen: Haben Sie etwas zur Betäubung da, wenn es weh tut?

„Ja, natürlich. Immer, Sie spüren rein gar nichts!“, würden wir am liebsten antworten. Aber dürfen wir eigentlich betäuben? Und ebenso wichtig: Wird dadurch das Ergebnis beeinträchtigt?

Ist es wirklich notwendig, die Kundin mit Betäubungsmitteln wie Lidocain, Xylocain, Trilocain oder ähnlichem während der Microblading Behandlung zu betäuben? Oder gibt es eventuell sogar legale Alternativen?

Die rechtlichen Grundlagen zu dieser Thematik findest Du haarklein erklärt im Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Aber wenn ich Dir jetzt mit Juristendeutsch komme, bist Du nichts wie weg aus unserem Blog. Und das wollen wir natürlich nicht ;) Deshalb hier nur die Basics, die auch für Dich wichtig sind!

Betäubungsmittel gibt es bundesweit ausschließlich in der Apotheke zu kaufen. Du wirst sie nicht in einem Online-Shop finden, weder bei uns noch sonst wo, denn das wäre nicht legal! Und der 2. wichtige Punkt: Sie dürfen ausschließlich von Ärzten verabreicht werden.

Was kannst Du also tun, um den Schmerz der Kundin etwas zu lindern?

Dafür müssen wir uns ein wenig mit der Theorie des Schmerzes beschäftigen. Schmerz in den oberen Hautschichten wird über die freie Nervenenden an das Gehirn weitergeleitet. Diese werden durch die Microblading Behandlung aktiviert. Wäre es nicht wunderbar, wenn man die Aktivierung verhindern könnte?

Zu den Hautanhangsgebilden gehören auch verschiedene Sensoren, die uns das taktile Erfahren unserer Umwelt ermöglichen. Wir können unsere Umwelt durch Tasten und Druckveränderungen buchstäblich begreifen. Die Merkel Zellen in der Basalschicht der Haut ist beispielsweise für die Weiterleitung von Druckveränderungen zuständig.

Wie können wir diese physiologischen Abläufe zur Schmerzreduktion nutzen?

Ganz einfach: Spannen wie ein Weltmeister. Wer die richtige Spanntechnik beherrscht, kann den Schmerz der Kundin fast vollständig ableiten. Am besten du spannst zum Einen mit dem Daumen und zum Anderen mit Zeige- und Mittelfinger. Wenn Du dann beim Bladen noch das so wichtige Kratzgeräusch hörst, machst du alles richtig und triffst genau den Sweet Spot in der Haut. Die richtige Spanntechnik ist übrigens essentieller Bestandteil unserer Microblading Anfänger Seminare.

Durch die Spannung der Haut werden die Informationen der Merkel Zellen über den Druck priorisiert an das Gehirn geleitet und die Schmerzinformation nur noch abgeschwächt wahrgenommen.

Auch gut zu wissen: Betäubungssalben wie Lidocain oder Emla verändern den PH-Wert der Haut, was zu einer schlechteren Haltbarkeit der Farbe in der Haut führen kann. Schaffst Du die ersten beiden Durchgänge also komplett ohne Betäubung, bist du auf der sicheren Seite.

Ein kleiner Hinweis zum Schluss: Bringt die Kundin selbst eine Betäubungssalbe mit und trägt sich diese auf, weil sie es nun gar nicht mehr aushält, befindest Du dich damit in einer rechtlichen Grauzone. Damit wollen wir Dich natürlich keineswegs anstiften und verweisen noch einmal ausdrücklich auf die richtige Spanntechnik der Haut, von der wir fest überzeugt sind!

Warum dürfen es nur Ärzte verwenden? Was sind die Risiken beim EInsatz von lokalen Betäubungsmitteln?

Die meisten topischen Analgetika (auf der Haut wirksame Schmerzmittel) basieren auf Kokain, was meistens noch am Namen ablesbar ist (XyloCAIN, TriloCAIN, LidoCAIN). Auf der Haut entsteht die erwünschte schmerzlindernde Wirkung. Geraten diese Wirkstoffe jedoch in den Blutkreislauf, wirken sie völlig anders. Lidocain ist ein sehr potentes Antiarrhytmikum. Es beeinflusst also direkt den Herzschlag und kann als Nebenwirkungen Halluzinationen und Bradykardien (sehr langsamer Herzschlag) verursachen. Diese Nebenwirkungen sind wirklich gefährlich und erfordern die Behandlung durch einen Notarzt.

Deswegen bleibe auf der sicheren Seite ohne den Einsatz von Betäubungsmitteln

“Keep on blading”